Flechtwerk - die Verflechtung und Expansion vorhandener Qualitäten
Aufgrund stark steigender Schülerzahlen muss die Kantonsschule Wohlen möglichst rasch von heute 33 Abteilungen auf 55 Abteilungen erweitert werden. Die bestehende Schulanlage besteht aus verschiedenen Einzelbauten und Provisorien. Ziel des vorliegenden Projekts ist es, auf dem weitläufigen Areal eine städtebauliche Gesamtkonzeption für diese Entwicklung zu finden, in der freiräumliche, nachhaltige, denkmalpflegerische und funktionale Aspekte gleichermassen berücksichtigt und verflochten werden. Die Identität des Ortes wird durch die Entstehung des neuen Lerncampus gestärkt. Ein Lerncampus, in dem die Schüler sich entfalten können und ein Freiraum, der einen Mehrwert für das Areal und die angrenzenden Quartiere sowie für die ganze Bevölkerung von Wohlen darstellt.
Das Projekt knüpft an eine Tradition von Wohlen an, welche in ihrer Konsequenz die geplante Erweiterung der Kantonsschule überhaupt ermöglicht. Der Entwicklung eines Kulturgutes durch das Erwerben von Fähigkeiten und Erlernen von Fertigkeiten zur Transformation eines naturnahen landwirtschaftlichen Restprodukts in ein Modeaccessoire: dem Strohhut. Die Strohhutindustrie war ein wichtiger Treiber der Entwicklung und des Wachstums der Gemeinden im Freiamt. Mit der Erweiterung der Kantonsschule wird nun der Grundstein für künftige Generationen gelegt, diese Entwicklung weiterführen zu können. Der Kern unseres Projekts liegt darum im Verflechten von Grün- und Stadtraum, von kulturellen, sozialen und Altersgruppen, von Wissens- und Erfahrungsdisziplinen und schlussendlich auch von verschiedenen baulichen und freiräumlichen Strukturen. Unser Flechtwerk soll Orte und Möglichkeiten des Austauschs, des gemeinsamen Lernens, der Rückbesinnung und des Entwickelns bieten, und das Verständnis und Erleben von Natur im urbanen Umfeld ermöglichen.
Grünräume und Siedlung verflechten
Das Naherholungsgebiet auf dem Hügelzug nordöstlich von Wohlen, Rütimoos, ist von den Wiesen und Gewässern im Tal durch das Gewerbegebiet getrennt. Wie im Entwicklungsrichtplan Rigacker beschrieben, verbindet dieser in Längsrichtung zwei Wohngebiete und in Querrichtung zwei Landschaftsräume. Talseitig wirkt das Gewerbegebiet unscheinbar, hangseitig stechen einzelne größere Gebäude hervor. „Um die Verbindung zwischen den Landschaftsräumen wiederherzustellen, haben wir uns auf eine Verdichtung der Bebauung entlang der Strasse konzentriert und die grosse Fläche rund um den Bach Bünz der Natur zurückgegeben. Wir setzen den positiven Trend für den Rigacker fort und schaffen attraktive Grünflächen, durchgängige Alleen und einen Grünpuffer zur Landschaft“ (Quelle: Entwicklungsrichtplan Rigacker). Das Grundstück befindet sich an der Schnittstelle von drei Zonen: der Gewerbezone, der Wohnzone und der Zone für öffentliche Gebäude. Landwirtschaft, Gewerbe und Wohnquartiere bestimmen hier das Bild der Landschaft. Obwohl es keine Mischnutzung auf dem Grundstück selbst geben wird, ermöglicht die Lage dennoch eine Verflechtung mit den umliegenden Bereichen, sodass die Menschen aus den benachbarten Zonen das Gelände mitnutzen können. Die neue Kantonsschule wird zwischen diesen verschiedenen Atmosphären vermitteln und einen neuen Treffpunkt und grünes Zentrum für die Schüler und Bewohnenden von Wohlen bilden. Das Grundstück befindet sich an der Schnittstelle von drei Zonen: der Gewerbezone, der Wohnzone und der Zone für öffentliche Gebäude. Landwirtschaft, Gewerbe und Wohnquartiere bestimmen hier das Bild der Landschaft. Obwohl es keine Mischnutzung auf dem Grundstück selbst geben wird, ermöglicht die Lage dennoch eine Verflechtung mit den umliegenden Bereichen, sodass die Menschen aus den benachbarten Zonen das Gelände mitnutzen können. Die neue Kantonsschule wird zwischen diesen verschiedenen Atmosphären vermitteln und einen neuen Treffpunkt und grünes Zentrum für die Schüler und Bewohnenden von Wohlen bilden.
Architektur
Ensemble von Alt und Neu
Das Hauptgebäude besteht aus zwei Riegeln, die in einem spitzen Winkel zueinanderstehen. Ein Gebäudetrakt orientiert sich an der Strasse, der andere steht senkrecht zum Bach und folgt der Ausrichtung der ältesten Gebäude auf dem Areal - dem Pavillon. Der polygonale Raum dazwischen fungiert als verbindendes Gelenk und bildet das Forum als zentralen Ort der Begegnung und Kommunikation. Der Neubau interpretiert diese Logik und entwickelt sie weiter: Ein Teil orientiert sich an der Strasse, der andere folgt dem Verlauf des Baches. Der strassenseitige, stehende Gebäudekörper ist seriell, rational und technisch konzipiert und beherbergt die Turnhallen, die Naturwissenschaften und das allgemeine Lernen und Lehren. Der parkseitige Riegel hingegen hat eine horizontale Gliederung, bildet ein Tor zur Auenlandschaft und zeichnet sich in der Nutzung durch die musischen Fächer (bildnerisches Gestalten und Musik) aus. Im Zwischenraum entsteht ein trapezförmiges Forum, das als flexibler, offener Raum viele Funktionen miteinander verbindet. Durch die verschiedenen Höhenentwicklungen entsteht ein attraktives Volumenspiel, ohne den Massstabsbezug zum Menschen zu verlieren.
Verbindender Aussenraum
Die beiden Foren - das bestehende im Hauptgebäude und das neue im Neubau - sind durch einen zentralen,offenen Platz miteinander verbunden. Dieser Aussenraum schafft eine starke visuelle Verbindung zwischen den beiden Gebäuden. Gleichzeitig fungiert er als geschützter Platz, der vom Strassenraum abgekoppelt ist und somit einen sicheren und ruhigen Aufenthaltsbereich für Schüler, Lehrer und Besucher bietet. Eine überdachte Pergola verbindet das Hauptgebäude auf beiden Hauptnutzebenen direkt mit dem Neubau. Diese ermöglicht nicht nur eine schnelle und wettergeschützte Überquerung des Platzes, sondern gliedert auch den Aussenraum und definiert klare Bewegungsachsen zwischen den. beiden Foren. Auf diese Weise wird die räumliche und funktionale Verbindung der beiden Baukörper gestärkt und die Nutzbarkeit des Aussenraums deutlich aufgewertet. Foren als Schlüsselräume Das Forum wurde als zentraler und verbindender Raum innerhalb des Schulkomplexes konzipiert. Es dient primär als Haupteingangsbereich und Ort der Begegnung und schafft eine lebendige Atmosphäre für Schüler: innen, Lehrkräfte und Besucher: innen. In der Schule in Wohlen gibt es jedoch zwei Foren: das bestehende und ein neues, grösseres Forum. Das bestehende Forum ist ein repräsentativer Raum für Veranstaltungen und verbindet die Aula, die Mediothek und die Schulverwaltung. Das neue Forum ist zwischen den Gebäuden „Lernen” und „Kunst & Musik” positioniert. Es ist ein grosszügiger, zweigeschossiger Raum mit natürlich belichteten Arbeitszonen auf verschiedenen Ebenen. Er dient als zentraler Ort der Verflechtung und verbindet die Turnhallen mit der Mensa sowie die Musik- und Kunstateliers mit dem Aussenbereich an der Bünz.
Flexible Raumkonzepte
Dieser Bereich ist für eine flexible Raumgestaltung konzipiert. Das Programm umfasst Unterrichtsräume, multifunktionale Räume und kooperative Lern- und Arbeitszonen. Die Flexibilität wird durch die Wahl eines geeigneten Tragwerks ermöglicht. Vom Forum aus gelangen die Schüler: innen zunächst in die Arbeitszone und danach in einen der vier Cluster für „Allgemeines Lernen“. Jedes Cluster verfügt über eine grosszügige zentrale Zone, die von sechs Unterrichtsräumen umgeben ist. In der weiteren Projektentwicklung kann die Raumstruktur flexibel angepasst werden. Unterrichtsräume können durch Wände getrennt oder geöffnet werden, um die zentrale Zone zu vergrössern. Alternativ kann vollständig auf feste Wände verzichtet werden, wodurch die gesamten Cluster als intensiv flexibel nutzbarer Arbeitsbereich gestaltet werden kann. Drei begrünte Themenhöfe für Chemie, Biologie und Physik spannen einen grünen Filter auf zwischen den unterschiedlichen Lerneinheiten und bieten zudem Aufenthaltsqualität während den Pausen. In Anlehnung an die Farben des Wappens von Wohlen sind die Möbelfarben der drei Höfe in weiss, rot und schwarz gehalten. Weiss für Chemie, in Assoziation zu Medizin und Pharma. Rot für Biologie, in Assoziation zu Blumen und Früchten. Schwarz für Physik, in Assoziation zum Kosmos und der Leere.
Ein Raum auf mehreren Ebenen
Das neue Forum ist ein doppelgeschossiger Raum – genauso wie das bestehende. Über Brücken ermöglicht es einfache Kommunikation und Aufenthaltsqualität auch auf der oberen Ebene. Es schafft Verbindungen zwischen den Nutzungsbereichen, bietet jedoch auch Rückzugsnischen für konzentriertes Arbeiten und Lernen.
Konzept Tragwerk
Das Tragwerkskonzept basiert auf einem konsequenten, auf grösstmögliche Effizienz und Flexibilität ausgerichteten Raster. Die Materialisierung folgt dabei den natürlichen Stärken der jeweiligen Baustoffe. Das gesamte oberirdische Tragwerk wird in nachhaltiger, freundlicher und eine positive Lernumgebung fördernden Holzbauweise als Skelettragwerk in Kombination mit vorgefertigten grossflächigen Decken-, Wand- und Dachelementen erstellt. Die restlichen, unter Terrain liegenden Bauteile sowie die Erschliessungskerne werden als schlaff bewehrte, monolithische Ortbetonkonstruktion mit einem hohen Anteil an Recyclingbeton geplant.
Optimierter Rohbau
Aufgrund des geologischen Gutachtens kann davon ausgegangen werden, dass der Baugrund im Bereich des Neubaus ab einer Tiefe von drei bis vier Metern ab UK-Terrain ausreichend tragfähig und setzungsunempfindlich ist. Für die abgesenkten Turnhallen und Kellerräume wird deshalb eine Flachfundation mit verstärkenden Riegeln im Bereich der Wände und hohen Punktlasten vorgesehen, um den jeweiligen Lastniveaus angemessen begegnen zu können. Im Bereich des Zwischenbaus, wo eine Unterkellerung nicht als sinnvoll erachtet wird, wird vereinzelt auf Rammpfähle zurückgegriffen, um Setzungen vorzubeugen. Die Abdichtung der erdberührten Bauteile zur Erreichung der geforderten Dichtigkeitsklasse wird als wasserdichte Betonkonstruktion (weisse Wanne) gewährleistet. Zudem kann die Baugrube grösstenteils mit freien Böschungen ausgebildet werden, was sich wiederum positiv auf die Erstellungskosten auswirkt.
Intelligentes Holztragwerksystem
Die grossen Spannweiten der Turnhallen werden mit sich über zwei Geschosse erstreckenden Fachwerken aus Holz überspannt. Zugunsten einer höheren Vorfertigung, vereinfachten Transports, effizienteren Montage und verbesserten Witterungsschutzkonzepts während der Bauzeit werden die Fachwerke auf halber Höhe getrennt und zusammen mit den Innen- und Trennwänden der einzelnen Geschosse aufgerichtet. Leistungsfähige Stahl-Stahl Verbindungen stellen dabei die Verbindung der einzelnen, geschossübergreifenden Fachwerkknoten sicher. Diese Fachwerk-Lösung überzeugt neben dem prägenden Ausdruck auch durch geringen Materialverbrauch und eine hohe Steifigkeit. Zwischen den primär tragenden Bauteilen Fachwerken werden leistungsfähige, im Werk vorgefertigte Deckenelemente eingehängt. Die mit Zwillingsträgern kombinierte Holzbalkendecke basiert auf einem einfachen Herstellungsverfahren mit Holz-Holz-Verbindungen – sogenannten Zapfen zwischen Balken und Trägern - und ist damit nicht nur kreislauffähig, sondern auch effektiv. Leicht, erweiterbar, schalldämmend. Die im Deckenelement integrierten Akustik- Dämmplatten verbessern die Raumakustik. Durch die erhöhte Oberflächenabwicklung der Balken sind diese nicht zuletzt auch als thermische Speichermasse aktivierbar. Eine mit den Balken und Trägern verschraubte, massive Holzwerkstoffplatte stellt die Ausbildung einer steifen Deckenscheibe sicher. Die Turnhallendecke sowie die Geschossdecken und Dächer fungieren dabei als lastverteilende Scheiben und tragen die Horizontallasten auf die aussteifenden Kerne, Wandscheiben und Aussteifungskreuze in den Aussenwänden ab. Beim gewählten trockenen Bausystem gelangt nur die für den Schallschutz benötigte zusätzliche Masse in Form von aufbereitetem Aushub oder Splitt zum Einsatz. Mehrkosten für eine aufwendigere Fundation und Aussteifung werden so trotz der gegebenen Möglichkeit einer späteren Aufstockung um ein drittes Obergeschoss, vermieden. Regionale und rezyklische Wertschöpfung. Die aussenliegenden Fluchttreppen können wirtschaftlich und zugleich nachhaltig aus wiederverwendeten Stahlbauteilen erstellt werden. Das leichte Dach des sich öffnenden Forums wird durch die Unterspannung mit einem Zugstabsystem nicht nur materialeffizient, sondern auch raumbildend gestalterisch gelöst und vermittelt zum Kopfbau, der die Rasterung und das Bausystem vom Hauptbau über den Turnhallen übernimmt. Dank der Verwendung von Standardquerschnitten ist zu guter Letzt auch der Einsatz von kantonseigenem Holz unter Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts machbar. Diese Massnahme fördert die Nachhaltigkeit und ist ein klares Bekenntnis zur lokalen Wirtschaft.
Aussenraum
Die angrenzende Bünz
Die Bünz liegt direkt an der KSWO und ist heute stark kanalisiert. Sie fliesst geradlinig entlang der westlichen Grenze des Schulareals und wird auf beiden Seiten von Fusswegen begleitet. Derzeit ist sie durch einen Zaun von den Aussenanlagen der Schule getrennt. Die Pavillons öffnen sich stark zum Bach hin und bieten einen Blick Richtung Freibad und die dahinterliegenden Hügel.
Das Projekt sieht durch die Vergrösserung der Freiflächen und die Positionierung des Neubaus an der Rigackerstrasse eine deutliche Erweiterung und dadurch Renaturierung der Flusslandschaft vor. Die Geländegestaltung ermöglicht es, das Ufer nicht nur in den Park, sondern auch in den Neubau zu integrieren. Die Bevölkerung wird eingeladen, das Areal zu betreten und den Bach zu erleben. DiRenaturierung trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei, schafft wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna, fördert die Aufenthaltsqualität und trägt massgeblich zur sommerlichen Kühlung des urbanen Raumes bei. Die Renaturierung der Bünz ist eine zentrale Entwurfsentscheidung, welche die Setzung und Architektur des Neubaus sowie den Freiraum entscheidend prägt. Die Räume im Erdgeschoss, die man beim Betreten des Schulareals als erstes erlebt, sind durchlässig gestaltet. Eine freie Sichtachse führt von der Rigackerstrasse über die Turnhallen zum Forum, dem zentralen Treffpunkt und Mittelpunkt des Gebäudes. Von dort schweift der Blick unter dem Kunst-Cluster hindurch direkt in den Park, der als naturnahe Bachlandschaft gestaltet ist.
Erschliessung und Parkierung
Der Hauptzugang zum Erweiterungsbau liegt im Knotenbereich Rigacker- und Allmendstrasse und führt über einen offenen, einladenden Baumhain direkt zum Vorplatz des Forums, der als Mensagarten die Campusmitte ausbildet. Die bestehende, halbkreisförmige Vorplatzfläche des Altbaus schliesst hier nahtlos an und führt zum südostseitigen Zugang der Allmendstrasse. Auf drei Arealseiten führen zusätzlich grosszügig dimensionierte Wegstränge zu allen Zu- und Eingängen und schliessen auf der Unterseite des Neubaus hindernisfrei an den tieferliegenden Uferweg an. Neue Autoparkplätze entlang der Rigackerstrasse ergänzen die bestehenden Parkplätze bei der Allmendstrasse. Oberirdische Parkplätze für Moto und Velo sind mehrheitlich entlang der Rigackerstrasse platziert. Anlieferungsfläche und Entsorgungsmulden direkt vor der Mensa sorgen für kurze Wege. Der nachfolgende Wendeplatz am Schluss der Strasse ermöglicht auch für Lastwagen mit Anhänger ein sicheres Wenden ohne gefährliche Rückwärtsmanöver.
Aufenthalt und Sport
Der Baumhain beim Hauptzugang führt bis zum Mensagarten und bietet ein fast durchgehendes Schattendach innerhalb der grossen, zentralen Aufenthalts- und Bewegungszone. Der Kern des Mensa-Aussenbereiches liegt in der bekiesten weichen Mitte und der angrenzenden Fläche mit Brunnen, kann sich aber frei auf der Platzfläche ausbreiten. Die üppig begrünten Bauminseln bieten Platz für einen gut zugänglichen Schulgarten. Auch der bestehende Vorplatz beim Bestandesbau wird punktuell mit Bauminseln ergänzt und dank der freigespielten Sicht zur Bünz und der ergänzten grossen Treppe zur Bachterrasse mit attraktiver Übersicht. Der hofartige, rückwärtige Bereich nordöstlich des Bestandesbaus wird weitgehend begrünt und erhält als Wildgarten eine neue intimere Prägung. Die reduzierte Beheizung des Forums erzeugt ein besonderes Zwischenklima und verzaubert den Raum in eine Gewächshalle mit mediterraner Vegetation, die über das ganze Jahr eine grüne Oase für eine anregende Lernatmosphäre und eine erfrischende Kulisse für verschiedenste Anlässe bietet. Das Forum ermöglicht auch eine panoramaähnliche Weitsicht in den revitalisierten Bachraum und einen direkten Zugang zur Bacharena, die mit den grossen und teilweise gedeckten Sitzstufen eine unvergleichliche Aufenthalts- und Lernatmosphäre offenbart. Der direkt anschliessende Bachplatz ist eine räumliche Ausweitung der übergeordneten Wegstruktur und direkt mit dem öffentlichen Bachweg verbunden. Das Rasenspielfeld wird in unveränderter Grösse und Lage erhalten und in unmittelbarer Nähe davon finden sich zwei Allwetterplätze.
Naturwerte und Entwässerung
Die konzeptionelle Ausrichtung des Neubaus zum Bach und die konsequente und kompromisslose Vergrösserung des Bachraums ermöglichen den neuen Auenpark Bünz und damit einen einzigartigen Naturerlebnisraum mit ausserordentlichen Naturwerten für alle Nutzenden. Dabei werden Teile der bestehenden Bachuferlinie aufgebrochen und das zurückversetzte Ufer stark abgeflacht. Dadurch entsteht ein dynamischer Gewässerraum, der baumbestockte Inseln freispielt, die der Natur vorbehalten bleiben und Zonen am Ufer schafft, die einen Zugang zum Wasser erleichtern, punktuell auch mit eingestreuten Betoninseln, die den Aufenthalt am oder im Wasser ermöglichen und gleichzeitig gegen die Ufererosion einwirken. Der ganze Bachraum wird ausschliesslich mit einheimischen, bachtypischen Gehölzen wie Erlen, Weiden, Pappeln und Birken bepflanzt. Auch der restliche Bereich des Campus wird naturnah gestaltet, mit parktypischen Gehölzen wie Eichen, Buchen, Linden und Platanen. Die extensiv gehaltenen Grünflächen bestehen weitgehend aus mageren Blumenwiesen und einzelnen Wildstaudenflächen. Die Hartbelagsflächen der Wege und Plätze sind aus einer hinderniskonformen Natursteinpflästerung, die wo immer möglich und sinnvoll mit offenen, durchlässigen Fugen ausgebildet wird. Einige Aufenthaltsflächen, viele Parkierungsflächen und der Uferweg bestehen aus einem hochwertigen Mergelbelag. Dank der gewählten Belagsmaterialien versickert alles anfallende Meteorwasser direkt vor
Nutzung des Aussenraums
Das Aussengelände gliedert sich in zwei Hauptbereiche: den Hartbereich und den Grünbereich. Der Hartbereich bildet ein Plateau, das oberhalb der neu gestalteten Landschaft liegt. Hier befinden sich die Gebäude, deren Zugänge entsprechend der Erschliessung des Plateaus angeordnet sind. Das Plateau dient als zentrale Erschliessungsebene und bietet zudem befestigte Flächen für Aufenthalts- und Bewegungs- bereiche. Der Grünbereich erstreckt sich rund um den Bachlauf und wurde um 20 bis 30 Meter verbreitert, um einen grosszügigeren Freiraum zu schaffen. Diese naturnahe Zone bildet einen fliessenden Übergang zur umgebenden Landschaft und bietet Platz für Aufenthaltsbereiche, Erholung und Begegnung. Durch die Trennung der beiden Bereiche wird sowohl die Erschliessungsebene als auch die naturnah gestaltete Landschaft betont.
Projektinformation
Standort: Wohlen
Nutzung: Bildung
Aufgabe: Analyse, Konzept
Landschaftsarchitektur: Cyclus
Nachhaltigkeitsaspekte: Encira
Visualisierungen: Studio Blomen







