Schaffhausen
Uferpromenade, öffentlicher Raum
Studie, Entwurfskonzept
städtebauliches Studienverfahren
Helsinki Zürich, Dost Architektur, Westpol, Transitec
2022
Die Schaffhauser Rheinpromenade zählt zu den prägendsten öffentlichen Räumen der Stadt. Im Rahmen eines Studienauftrags mit vier Planungsteams wurde untersucht, wie sich das Ufer und das angrenzende Quartier langfristig weiterentwickeln lassen. Im Spannungsfeld zwischen Aufenthaltsqualität, Stadtentwicklung und Verkehr entwickeln Dost zusammen mit Helsinki, Westpol und Transitec eine Strategie, die räumliche Transformation als schrittweisen Prozess versteht.
Das Rheinufer wird nicht über eine einzelne Infrastrukturentscheidung neu gedacht, sondern als Transformationsprozess durch Verdichten, Vernetzen, Aufwerten und neue Orte/Adressen bilden. Das Projektteam versteht die Entwicklung des Quartiers als Voraussetzung für eine spätere verkehrliche Entlastung, anstatt die Frage nach einer Umfahrung vorwegzunehmen. Die Strategie verbindet damit zwei scheinbar gegensätzliche Zukunftsbilder: Das Quartier wächst schrittweise über gezielte Interventionen, während die Option einer Umfahrung als langfristige Perspektive erhalten bleibt.
Die Transformation erfolgt mit möglichst wenigen baulichen Eingriffen. Vor dem Hintergrund der heterogenen Eigentumsverhältnisse konzentrieren sich die Massnahmen auf die städtischen Grundstücke, wo gezielt neue Impulse gesetzt werden können. Ein Neubau mit Tiefgarage bildet dabei einen infrastrukturellen Anker und schafft die räumliche Verknüpfung zwischen dem Naherholungsraum am Rhein und einer möglichen zukünftigen Umfahrungsstrasse.
Nicht die Verkehrsinfrastruktur bestimmt die Entwicklung des Quartiers, sondern die Qualität des öffentlichen Raums. Die Analyse zeigt, dass der Strassenraum selbst bei einem steigenden Anteil des Veloverkehrs nur begrenzt neu verteilt werden kann. Umso wichtiger werden präzise räumliche Interventionen, welche die Aufenthaltsqualität stärken, neue Nutzungen ermöglichen und die Identität des Rheinufers schrittweise weiterentwickeln.
So entsteht eine robuste Strategie, die kurzfristige Verbesserungen mit langfristiger Offenheit verbindet. Sie versteht Stadtentwicklung nicht als fertigen Endzustand, sondern als anpassungsfähigen Prozess, der auf Veränderungen reagieren kann und das Quartier über die Zeit wachsen lässt.