Potentialstudie und Testplanung Industrieumnutzung Emmenweid
Standort:

Emmenweid

Nutzung:

Wohnen, Gewerbe, Kultur- & Grünraum

Aufgabe:

Potenzialstudie, Testplanung

Auftrag:

Begleitetes Verfahren

Wohnfläche:

44'867 m2

Gewerbefläche:

10'493 m2

Kulturfläche:

34'735 m2

Grundstücksfläche:

34'735 m2

Raumplanung:

Hansueli Remund

Fertigstellung:

2016

Das ehemalige Viscosuisse-Areal in Emmenweid steht exemplarisch für die Transformation industrieller Produktionsstandorte. Zwischen den Interessen von Investor, Gemeinde und Eigentümer entwickelt Dost im Rahmen einer Potenzialstudie eine räumliche Vision, die den Standort langfristig als gemischt genutztes Quartier weiterdenkt und das Potential des Ortes ausschöpft.

Ausgangspunkt der Studie ist die Erkenntnis, dass lebenswerte Stadtquartiere nicht durch die Trennung, sondern durch die Überlagerung von Wohnen, Arbeiten, Kultur und Grünraum und informellen Begegnungen entstehen. Als zeitgemässe Weiterentwicklung der funktionalistischen Stadtmodelle des 20. Jahrhunderts schlägt Dost eine Rückführung zu einer feinmaschigen Stadtstruktur vor, in der Wohnen, Arbeiten, Kultur und Erholung wieder selbstverständlich miteinander verflochten sind.
Auf Grundlage einer Analyse der bestehenden Qualitäten wird das Areal in Nutzungsschwerpunkte gegliedert: Zwei Kulturplätze bilden die identitätsstiftenden Anker des Quartiers und schaffen öffentliche Treffpunkte am westlichen bez. östlichen Rand des Areals. Der Schwerpunkt des Arbeitens bleibt in unmittelbarer Nähe der bestehenden Produktionsanlagen. Dazwischen entwickeln sich Wohnnutzungen, die durch Grünräume und öffentliche Freiräume mit den kulturellen und gewerblichen Bereichen vernetzt werden. So entsteht ein robustes räumliches Gerüst, das unterschiedliche Nutzungen nicht voneinander trennt, sondern bewusst miteinander in Beziehung setzt.
Architektonisch bildet die Topografie einen zweiten prägenden Baustein der Entwicklung. Entlang des Hangs reagieren kleinere, gestaffelte, clusterartige Bauvolumen auf die Massstäblichkeit der angrenzenden Wohnquartiere, sichern wichtige Blickbeziehungen zur Landschaft und vermitteln zwischen der Dimension des Industrieareals und seiner Umgebung. Die naturnah gestalteten Freiräume am Hang stehen dabei bewusst im Kontrast zu den urbanen Platzräumen der Ebene und verleihen dem Quartier unterschiedliche räumliche Atmosphären. Die grossmassstäblichen Industriefläche wird durch diese Einschnitte, Staffelungen und neue Freiräume gegliedert. Dadurch entsteht eine differenzierte urbane Körnung mit Stadtplätzen, Wegen und Aufenthaltsräumen, welche die Dimension des Industrieareals in einen fassbaren menschlichen Massstab übersetzt. Die Transformation wird dabei als schrittweiser Prozess geplant: Bestehende Produktionsbetriebe können weitergeführt werden, während sich neue Nutzungen etappenweise etablieren.
Die Potenzialstudie schafft die Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Areals. Sie macht die städtebaulichen, funktionalen und wirtschaftlichen Potenziale des Standorts sichtbar und formuliert eine gemeinsame Vision, welche den unterschiedlichen Interessen der Beteiligten eine langfristige räumliche Perspektive gibt.

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