Neubau Sonnenbühlstrasse Höri
Standort:

Höri ZH

Nutzung:

Wohnen, Stall, Werkstatt

Aufgabe:

Vorprojekt Neubau Mehrfamilienhäuser

Auftrag:

Direktauftrag

Bauvolumen:

10760 m3

Grundstücksvolumen:

2832 m2

Anzahl Wohnungen:

38

Jahr:

2021

In Zusammenarbeit mit mehreren behördlichen Instanzen wurde eine qualitativ hochwertige Lösung für die komplexe Parzelle gefunden. Die drei neuen Gebäude fügen sich in den Dorfkern von Höri ein, und stehen so im Kontext zu prominenten Riegelhäusern, die an frühere Zeiten erinnern. Der Entwurf schafft eine verdichtete Wohnsituation mit modernen Wohnungen, ohne die dörflich lesbare Struktur aus eigenständigen Häusern, Freiräumen und adressbildenden Übergängen zu verlieren und das Erscheinungsbild des Dorfes zu beeinträchtigen.

In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde sowie den zuständigen Fachstellen wurde für die komplexe Parzelle eine städtebauliche Lösung entwickelt, die eine hohe bauliche Dichte mit den Qualitäten des historischen Dorfkerns verbindet. Ziel des Projekts war die Schaffung einer neuen Nachbarschaft mit kompakten, bezahlbaren Wohnungen für Familien, Paare und Einzelpersonen, die sich selbstverständlich in den bestehenden Ort einfügt und den dörflichen Charakter von Höri stärkt. Anstelle einer grossmassstäblichen Überbauung entstehen drei eigenständige Baukörper, deren Stellung und Volumetrie sorgfältig auf die unterschiedlichen Anforderungen von Kern-, Grenz- und Dorfgrenzzone abgestimmt wurden.
Die Gebäude orientieren sich an den ortsbildprägenden Riegelhäusern und interpretieren deren Bautypologie zeitgemäss. Die traufsteitig zur Strasse ausgerichteten Giebeldächer nehmen Bezug auf die traditionellen Bauernhäuser des Dorfes. Deren historischer Dreiklang aus Wohnhaus, Stall und Werkstatt bildet zugleich den Ausgangspunkt für die Fassadengestaltung. Drei charakteristische Fassadentypen werden neu kombiniert und verleihen jedem Gebäude eine eigenständige Identität, während sie als Ensemble eine vielschichtige, dörflich anmutende Gesamtwirkung erzeugen. Putz-, Holz- und Fachwerkfassaden gliedern die Baukörper und schaffen ein differenziertes Erscheinungsbild.
Ein prägendes Element des Entwurfs sind polygonale Holzanbauten, die sich als auskragende «Finger» in den Freiraum schieben. Sie verzahnen die Gebäude mit der Landschaft, schaffen vielfältige Blickbeziehungen und erweitern die Wohnungen um grosszügige, geschützte Aussenräume. Flexible Grundrisstypologien ermöglichen einen vielseitigen Wohnungsmix und reagieren auf unterschiedliche Lebensmodelle. Grosszügige Fensteröffnungen und Balkone fördern den fliessenden Übergang zwischen Innen- und Aussenraum und lassen Tageslicht sowie die umgebende Landschaft zu einem integralen Bestandteil des Wohnens werden.
Das Freiraumkonzept knüpft an die dörfliche Kulturlandschaft an und ergänzt die Architektur mit Vorgärten, Obstwiesen, Spielbereichen sowie Hof- und Platzbäumen zu einem zusammenhängenden Aussenraum. Ein Holunderbaum vor jeder Haustür greift eine historische Dorftradition auf und verleiht der neuen Nachbarschaft eine identitätsstiftende, erzählerische Ebene.

Visualisierungen: Graphex